Stellungnahme der katholischen Spital- und Klinikseelsorgenden

Klares Nein zur Kirchensteuerinitiative

Wir sind 40 Seelsorgerinnen und Seelsorger, die in 36 Spitälern und Kliniken des Kantons Zürich im Einsatz sind. Gemeinsam mit den reformierten Seelsorgenden besuchen und begleiten wir alle Patientinnen und Patienten unabhängig ihrer Herkunft und Religion. Unser Angebot für einsame, leidende und sterbende Menschen gilt auch für die Angehörigen der Patienten und für alle Mitarbeitenden im Spital, seien es Ärztinnen, Ärzte oder Pflegende. Als Seelsorgende nehmen wir uns Zeit für den einzelnen Menschen in einem betrieblichen Umfeld, das immer stärker von Ökonomisierung geprägt ist. Darüber hinaus sind wir in der Freiwilligenarbeit des Gesundheitswesens, in der Schulung, in Ethikforen und in der Palliative Care engagiert.

Am 18. Mai stimmen wir über die Volksinitiative «Weniger Steuern fürs Gewerbe» der Jungfreisinnigen ab, welche die Kirchensteuer für einen Teil der Firmen abschaffen will. Juristische Personen wie Aktiengesellschaften oder GmbH‘s sollen künftig keine Kirchensteuern mehr entrichten, womit den öffentlich-rechtlich anerkannten Kirchen jährlich über 100 Millionen Franken weniger für Aufgaben und Leistungen von gesamtgesellschaftlichem Interesse zur Verfügung stehen würden. Die Kirchensteuer- Initiative nützt niemandem. Im Gegenteil – sie macht die Gesellschaft ärmer und kommt uns alle teuer zu stehen.

Die Seelsorge in Spitälern und Kliniken wird auch mit Kirchensteuergeldern der juristischen Personen finanziert. Die Vorlage «Weniger Steuern fürs Gewerbe» gefährdet dieses Engagement der Kirchen und das heutige Seelsorge-Angebot der Spitäler und Kliniken massiv. Wollen wir das? Darum am 18. Mai NEIN zur Initiative.

Für die Spital- und Klinikseelsorgenden

Rolf Decrauzat, Spitalseelsorger in der Uniklinik Balgrist
Diakon Martin Paulus, Psychiatrieseelsorger in der „Integrierte Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland“ Tatjana Disteli, Leiterin der katholischen Spitalseelsorge im Stadtspital Triemli
Urs Länzlinger, Dienststellenleiter der katholischen Spital- und Klinikseelsorge im Kanton Zürich

April 2014

 

PDF Stellungnahme