Schweigepflicht im Spital

Balanceakt der Seelsorgenden im Klinikalltag.

Rund 80 Seelsorgerinnen und Seelsorger nahmen letzte Woche an der ökumenischen Tagung im Zürcher Waidspital teil. Referate der Pfarrerin Isabelle Noth, Professur für Seelsorge, Religionspsychologie und Religionspädagogik an der Universität Bern, des Juristen und Theologen Niklaus Herzog, Juristischer Sekretär der Kantonalen Ethikkommission der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich und des Pfarrers Joseph Bonnemain, Leiter der katholischen Spitalseelsorge im Spital Limmattal gingen der Frage nach der seelsorgerlichen Schweigepflicht im Klinikalltag nach.

Anhand eines Blicks in die Vergangenheit und Gegenwart der „heilsamen Verschwiegenheit“, in die rechtlichen Rahmenbedingungen der Spitalseelsorge für den Kanton Zürich und zur Frage von kirchlicher Identität vs. Integration der Seelsorgenden im Spitalteam datierten die Referierenden mit verschiedenen Fall-Beispielen die Teilnehmenden zur aktuellen Diskussion in diesem Bereich auf.

Die Seelsorgenden an den Spitälern und Kliniken ihrerseits diskutierten engagiert den Balanceakt zwischen Schweigen und Reden, ihre Rolle als AnsprechpartnerIn für alle im Spital (Patienten, Angehörige und Spitalmitarbeitende) oder als Mitglied des Behandlungsteams, als Vermittlungswerkzeug zwischen diesen Menschen und Gott.

Viele Fragestellungen blieben unbeantwortet im Raum stehen, ergeben sich vor Ort im entsprechenden Spital aufgrund von Leitbildern oder gewachsenen Strukturen, des Selbstverständnisses und der Identität der Seelsorgenden oder müssen von den Kirchen geklärt werden. Und diese betreffen nicht nur die traditionelle Seelsorge, sondern auch den Bereich der Spiritualität in Palliative Care.