Leitbild

Konzept der Katholischen Seelsorge in Spitälern, Kliniken und Pflegezentren im Kanton Zürich

Die Sorge um Kranke ist eine wesentliche Aufgabe der Kirche. Dazu sind wir aufgrund des Lebens und Wirkens Jesu Christi aufgerufen. Diese Vorgabe bringt auch das Leitbild für die Seelsorge in Spitälern, Kliniken und Pflegezentren zum Ausdruck: „Die Sorge um die Kranken war kennzeichnend für die Heilssendung Jesu. Immer wieder brachte man Kranke zu ihm und er heilte sie (Lk 4,40). So hat Jesus auch seine Jünger ausgesandt, Kranke zu heilen (Lk 9,2) und hat ihnen das Wort mit auf den Weg gegeben: ‚Ich war krank und ihr habt mich besucht.’ (Mt 25,36). Diesen Auftrag hat die Kirche von Anfang an als zentral erachtet und wahrgenommen (Jak 5,13).“ Dem möchte auch die Kirche im Kanton Zürich mit dem vorliegenden Konzept Rechnung tragen. Ziel ist es, diesen Auftrag mit unseren Mitteln in unserer Zeit umzusetzen und zu erfüllen.

Die Seelsorge in Spitälern, Kliniken und Pflegezentren beschränkt sich nicht auf den Besuch von Patienten und Bewohnern, sondern erfordert zunehmend auch die Begleitung von Angehörigen und den Kontakt mit den Pflegenden, Stationsleitungen und Ärzten. Auch erfordern die ethischen Fragestellungen unserer Zeit vermehrt Fachkenntnis und Erfahrung. Um diesen Anforderungen zu entsprechen, sind wir aufgefordert, der sich rasch ver- ändernden Situation Rechnung zu tragen. Professioneller Einsatz und entsprechende Strukturen sind deshalb besonders gefragt. Zusammen mit den freiwilligen Helferinnen und Helfern aus den Pfarreien, auf die wir auf keinen Fall verzichten können und wollen, gilt es, dieses vorliegende Konzept umzusetzen. Es ist ein wesentlicher Auftrag von allen Christinnen und Christen, sich für die Schwachen und Kranken unserer Gesellschaft einzu- setzen.

Das neue Konzept erscheint uns als ein zukunftsfähiges Modell für den Kanton Zürich. Wir sind überzeugt, dass damit die Seelsorge in Spitälern, Kliniken und Pflegezentren in unserem Kanton besser und effizienter organisiert und den neuen Bedürfnissen angepasst werden kann. Wir sind es unseren Mitchristen schuldig, die durch Krankheit, Unfall oder andere Beschwerden in eine besondere Lebenssituation geraten sind, seelsorgliche Hilfe und Begleitung zu geben. Gerade in der Krankheit oder im Alter haben Menschen das Bedürfnis nach Zuwendung und Verständnis, nach dem Trost des Glaubens. Ihr Lebensplan ist für kurz oder lang durchkreuzt, und dies lädt sie zu Besinnung und Nachdenken ein. Hier sind wir seitens der Kirche besonders gefordert.

Allen, die dieses Konzept erarbeitet haben und sich dafür engagieren, möchte ich herzlich danken. Mein Dank gilt auch jenen, die vor Ort seelsorglich tätig sind und so die Liebe und Nähe Gottes vermitteln.

Zürich, 31. Mai 2005

† Paul Vollmar
Weihbischof und Generalvikar