Medizin & Seele

Pfingstgruss Pfingsten heisst Aufbruch

Diakon, Lic. Theol.
Josef Sowinski
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Die Pandemie hat unser Leben verändert und uns neue Denkanstösse gebracht - vor allem auch in der Seelsorge im Spital.
20.05.2021

Maske, Distanz, Desinfektion wurden zur Begleiter unseres Alltags. Viele Einschränkungen in wichtigen Lebensbereichen stimmen uns negativ. Die Freiheit, welche wir so sehr schätzen, wird zur Erinnerung und zum Traum zugleich.

Unsere Gegenwart ist immer noch von Ängsten geprägt, vom Covid-Virus erwischt zu werden.

Betroffen sind wir alle!

Menschen aller Rassen, Kulturen und Nationen, zu denen auch wir gehören.  Und viele sind müde geworden, denn das alles dauert viel zu lange. Wir sehnen uns nach einem Aufbruch, nach einem neuem Anfang und einer neuen Zukunft.

Es ist uns aber auch bewusst geworden, dass es etwas gibt, was uns Menschen in unsrer Ohnmacht zusammenhält und zusammenführt.

Wie jedes Jahr feiern wir in diesem Frühling Pfingsten. Dieses Fest widerspiegelt sehr gut unsere gegenwärtige Situation.

Die Apostelgeschichte, die Pfingsten beschreibt, berichtet, dass an diesem Tag Vertreter aller Nationen dabei waren; sie fühlten sich einander gleich. Sogar ihre verschiedenen Sprachen konnten sie nicht nur reden, sondern auch verstehen.

Was damals geschah, war für die Zeitgenossen etwas Unglaubliches und Revolutionäres. Deshalb wurde diese Botschaft nur den engsten Freunden Jesu übermittelt. Aber bevor sie diese Botschaft begriffen, musste es gewittern, blitzen und donnern. Erst dann erfuhren sie in ihrem Kreis den neuen Geist und brachen auf.

Von dieser Stunde  an können wir von einer neuen Zeit in der Menschheitsgeschichte reden. Es war die Geburt des Christentums, einer Religion, welche die Menschheitsgeschichte seit 2‘000 Jahren prägt.

Alle Menschen gehören zusammen und sind vor Gott gleich. Das ist eine Pfingstbotschaft, die heute angesichts der Pandemie und des oft fürchterlichen Weltgeschehens sehr viel zu denken und reden gibt. Sie veranlasst uns, alle Menschen, trotz der Unterschiede zu einem neuen Denken.

Brunnen 2 Garten der Stille geschnitten.jpg

Für die Jünger Jesu damals bedeutete Pfingsten einen Aufbruch. Aufbruch aus ihren Schwächen und Ängsten zu Mut und Tapferkeit, aus ihrer Passivität zur Aktivität, die reiche Früchte brachte.

Pfingsten feiern wir jedes Jahr. Die Botschaft und die Herausforderung dieses Festes sind immer die gleichen: Aufbrechen, Umdenken, das Neue wagen, weg mit Ängsten und Schwächen. Der neue Geist, den uns Pfingsten bietet, soll uns dazu ermutigen. So werden wir die Probleme unseres Alltags, unsere Schwächen und Krankheiten, besser meistern können.